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350 Jahre Überstunden – allein in NRW!

22.05.2017

So kann es nicht weitergehen: Die Beamtinnen und Beamten im Polizeivollzugsdienst sind völlig überlastet, sowohl beim Bund als auch in den Ländern. Die Situation bei den Kolleginnen und Kollegen der Polizei wird immer dramatischer.

So hat die Polizeigewerkschaft ausgerechnet, dass allein die 21 Hundertschaften der Bereitschaftspolizei in Nordrhein Westfalen (NRW) einen Überstundenberg angehäuft haben,
der rund 350 Dienstjahren entspricht. Bei der Bundespolizei ist es vor allem die Asylkrise, die die Beamtinnen und Beamten schwer belastet.

Bei den Beamten, die an der Grenze zu Österreich im Einsatz sind, haben sich mehrere 100.000 Überstunden angesammelt, wie die Gewerkschaften mitteilten. Auf Gefahrenlagen kann nicht mehr entsprechend reagiert werden und die Bundespolizei hat bereits ihre Einsätze bei Fußballspielen und Demonstrationen heruntergefahren.

Entlastung in weiter Ferne
Die Kolleginnen und Kollegen sehen keine Entlastung und die Politik nimmt die Sorgen der betroffenen Beamtinnen und Beamte nicht wirklich ernst. Bereits vor der Flüchtlingskrise
wären zur Bewältigung der Aufgaben zusätzliche 3.000 Stellen bei der Bundespolizei nötig gewesen. Wenn jetzt für die kommenden Jahre 3.000 zusätzliche Stellen versprochen worden sind,
ist 1. es zu wenig und 2. hilft das nicht aktuell.

Denn die entsprechenden Anwärter müssen zunächst einmal eingestellt und ausgebildet werden. Helfen könnte die Reaktivierung von Beamten im Ruhestand oder der Einsatz von
angestellten Mitarbeitern für Verwaltungsaufgaben. Eines steht aber fest: So wie jetzt kann es nicht weitergehen. Die politischen Probleme können nicht auf dem Rücken und der Gesundheit der Beamtinnen und Beamten ausgetragen werden.

Psychische Belastungen jetzt erst recht vermeiden
Psychische Belastungen lassen sich nicht nur durch die Einhaltung von Arbeitszeiten vermeiden, sondern auch durch einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang miteinander
erreichen. Und dazu gehört auch ein Führungsverhalten, das psychische Belastungen vermeidet.

Vorschläge für Vorgesetzte
Ihre Vorgesetzten können das am besten tun, indem sie für die Leistung, die sie von Ihren Kollegen fordern, Gegenleistungen erbringen, z. B.
 durch regelmäßige Mitarbeitergespräche,
 durch die Belohnung von besonderen Leistungen,
 indem Beschwerden Ihrer Kollegen ernst genommen werden und man sich damit befasst,
 indem Kollegen nicht bei der kleinsten Kleinigkeit abgemahnt werden,
 dadurch, dass Kollegen geschult werden, insbesondere wenn Fachwissen fehlt.

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