20.02.2018

In wenigen Schritten zu einem praxiserprobten Gesundheitsmanagement

Ein professionelles Gesundheitsmanagement ist für jedes Unternehmen wichtig. Das gilt nicht nur für Ihren Arbeitgeber, sondern natürlich auch für alle Kolleginnen und Kollegen und für Sie als Schwerbehindertenvertretung. Letztendlich werden durch ein gut funktionierendes Gesundheitsmanagementsystem Arbeitsplätze gesichert.

Ein professionelles Gesundheitsmanagement ist für jedes Unternehmen wichtig. Das gilt nicht nur für Ihren Arbeitgeber, sondern natürlich auch für alle Kolleginnen und Kollegen und für Sie als Schwerbehindertenvertretung. Letztendlich werden durch ein gut funktionierendes Gesundheitsmanagementsystem Arbeitsplätze gesichertnbsp;

Aber auch der Arbeitgeber spart mittelfristig. Denn ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement verhindert Folgendes:

  • Ausfallzeiten
  • Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall
  • fehlerhafte Arbeitsergebnisse durch nicht eingearbeitete Vertretungen
  • Kosten für Rekrutierungsmaßnahmen
  • Umorganisationen, bedingt durch erkrankte Mitarbeiter

Damit spart Ihr Arbeitgeber insgesamt also Zeit und Geld.

Eineffektives Gesundheitsmanagement kann stufenweise in jedem Betrieb etabliert werden. Dazu sollten Sie als Schwerbehindertenvertretung zunächst Ihren Betriebs- bzw. Personalrat mit ins Boot holen. Denn Sie wissen: Er kann entsprechende Betriebs- oder Dienstvereinbarungen mit dem Arbeitgeber schließen und so verbindliche Regelungen einführen.

Tipp: Stoßen Sie dieses Großprojekt an und erklimmen Sie jede der nachfolgenden Stufen!

Stufe 1: Aktuelle Situation analysieren

Zunächst analysieren Sie Ihre aktuelle Situation im Betrieb. Dabei sollten Sie sich Ihr vorhandenes Datenmaterial und die einzelnen Arbeitsplätze genau anschauen. Nehmen Sie diese Fragen als Hilfe zur Hand und prüfen Sie, was zu tun ist:

  • Wie hat sich die Krankenquote in Ihrem Betrieb bzw. in den einzelnen Abteilungen entwickelt? Gibt es innerhalb vergleichbarer Abteilungen Ausreißer nach oben/unten?
  • Gibt es Berichte des Betriebsarztes?
  • Was sagt die Fachkraft für Arbeitssicherheit, was sagt der Sicherheitsbeauftragte?
  • Wie ist der derzeitige Gesundheitszustand der Belegschaft?
    Existieren spezifische betriebliche Belastungen? Gibt es abteilungsbezogene Unterschiede? Falls ja: Was sind die Gründe?
  • Gibt es offensichtliche Missstände im Betrieb oder in einzelnen Abteilungen?
  • Welche Einflüsse auf die Gesundheit Ihrer Kollegen (positiv und negativ) lassen sich festhalten?
  • Was ergeben die Krankenrückkehrgespräche?
  • Was sagt der Betriebsrat/Personalrat?
  • Gibt es Daten der Krankenkassen oder der Berufsgenossenschaft?
  • Gibt es eine Mitarbeiterbefragung?

Stufe 2: Schlagen Sie die notwendigen Maßnahmen vor

Jetzt geht es darum, konkrete Maßnahmen zu bestimmen, mit denen mögliche gesundheitliche Gefährdungen beseitigt werden und das Wohlbefinden der Kolleginnen und Kollegen verbessert wird. Im Rahmen des Gesundheitsmanagements können schon rein organisatorische Maßnahmen viel bewirken. Es kann aber auch eine (aufwendigere) technische Umgestaltung der Arbeitsumgebung angezeigt sein.

Hier ein paar Beispiele organisatorischer Maßnahmen

  • Einführung neuer Arbeitsmodelle
  • Umgestaltung von Schichtplänen und/oderPausenregelungen
  • konsequente Durchsetzung des betrieblichen Gesundheitsschutzes
  • Schulung von Führungskräften

Stufe 3: Maßnahmen durchführen

Um die Maßnahmen effizient umzusetzen, sollte Ihr Betriebsrat bzw. Ihr Personalrat mit dem Arbeitgeber eine Betriebs-/Dienstvereinbarung zum Thema Gesundheitsmanagement schließen. Darin können dann die jeweiligen Maßnahmen und ihre Durchführung verbindlich festgelegt werden.

Stufe 4: Bewerten Sie den Erfolg

Nach der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen sollten Sie nach einer gewissen Zeit deren Wirkung untersuchen. Prüfen Sie, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden. Hierzu bietet sich eine Mitarbeiterbefragung an.

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