20.06.2017

Für Personalratsvorsitzende: So treffen Sie richtige Entscheidung

Als Vorgesetzter Ihres Gremiums müssen Sie manchmal ein Machtwort sprechen, manchmal wird Ihre Stimme auch das Zünglein an der Waage sein. Oft kommt es gerade auf Ihre Meinung an. Nur: Wie entscheiden Sie sich richtig, wenn es mal wieder schnell gehen muss, wenn das Gremium im Clinch liegt, wenn die Luft brennt? Wie haben die folgenden Tipps für Sie:

 

Tipp 1: Arbeiten Sie mit Faustregeln

Es ist nicht richtig, dass Sie alle Alternativen kennen müssen, um in brenzligen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen. Das würde Sie im Gegenteil nur an einer Entscheidung hindern, weil die Gesamtsituation dann viel zu komplex würde. Einfache Faustregeln, wie z. B. die folgenden Tipps, funktionieren in der Praxis wesentlich besser.

Tipp 2: Das Bauchgefühl ernst nehmen

Das Bauchgefühl (anders ausgedrückt: die Intuition) ist kein Ausdruck von Irrationalität, sondern von Erfahrung und Praxiswissen. Eine spontane Bauchentscheidung nicht erklären zu können bedeutet nicht, dass es keine rationalen Gründe gibt.

Auf Ihr eigenes Bauchgefühl sollten Sie hören, wenn Sie selbst in der jeweiligen Situation viel Erfahrung mitbringen. Fehlt Ihnen in der aktuellen Angelegenheit die Erfahrung, ist es besser, sich auf das Bauchgefühl des darin erfahrensten Kollegen im Gremium zu verlassen.

Tipp 3: Bewährtes bevorzugen

Beim Einkauf tun Sie das wahrscheinlich automatisch: Sie bevorzugen Marken, mit denen Sie in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht haben, und verzichten in aller Regel auf Experimente. Neues kaufen Sie meist nur auf Empfehlung von Freunden oder Verwandten, die gute Erfahrungen damit gemacht haben.

Auch in Risikosituationen erweist sich dieses Vorgehen meist als richtig. Erinnern Sie sich an Lösungsstrategien, die Sie früher schon erfolgreich angewendet haben, und setzen Sie darauf.

Tipp 4: Sich auf die wichtigsten Fakten beschränken

Es ist nicht leicht, sich in einer Welt allgegenwärtiger Smartphones den ständigen Informationen zu verschließen, die auf einen herabprasseln. Versuchen Sie es trotzdem. Ordnen Sie die Fakten nach Wichtigkeit, das heißt danach, was Ihnen wichtig erscheint.

Betrachten Sie bei der Entscheidungssuche nur diese Fakten und blenden Sie alle anderen aus. Das hilft Ihnen, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich auf das Wesentliche zu beschränken.

Vergessen Sie nicht: Wir leben im Zeitalter von Fake News und „alternativen Fakten“. Sie müssen hier also eine Filterung vornehmen.

Tipp: Fake News nicht tolerieren: Geistern bei Ihnen in der Dienststelle Fake News oder „alternative Fakten” herum, machen Sie von Anfang an deutlich, dass Sie das nicht tolerieren. Die Wahrheit zählt! Notfalls muss eben noch einmal recherchiert werden, anders geht’s nicht.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Kündigung ohne Frist bei Aushilfsjob

„Mir ist jetzt schon zum 3. Mal Folgendes passiert: Ich arbeite seit einigen Monaten an einer Tankstelle als Aushilfe. Dort habe ich knapp 200 € verdient. Dann machte ich einen kleinen Fehler und mein Arbeitgeber hat mir... Mehr lesen

23.10.2017
Worauf Sie bei der Befristung des Arbeitsvertrages mit einem Sachgrund achten sollten

Die Befristung eines Arbeitsvertrages ist inzwischen in vielen Branchen nahezu an der Tagesordnung. Die Vorgaben, wann und unter welchen Voraussetzungen eine Befristung zulässig ist, ergeben sich aus dem Teilzeit- und... Mehr lesen

23.10.2017
Verzicht auf Probezeit – sicher ist das nicht

Der Vatertag ist vorbei und heute Morgen rief mich direkt eine Mandantin an. Sie war bei ihrem Arbeitgeber seit 16 Jahren angestellt, hatte dann aber das Unternehmen verlassen und war zu einem Konkurrenten gewechselt. Um sicher zu... Mehr lesen