27.04.2017

Externes BEM

Die Praxis hat gezeigt, dass es gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sinnvoll sein kann, einen externen Dienstleister mit der Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) zu betreuen.

Grund hierfür ist eine überschaubare Kostenstruktur für das BEM, zudem werden keine eigenen Fach- und Führungskräfte für diese gerade in kleineren Unternehmen unregelmäßig anfallende Aufgabe gebunden. Es entfällt dabei auch die in kleinen Betrieben eher unwirtschaftliche Zusatzqualifizierung von eigenem Personal für die Durchführung des BEM.

Praxistipp:
Angebote für eine Durchführung des BEM halten Dienstleister aus der betrieblichen Gesundheitsförderung, einige Integrationsfachdienste, teilweise auch Reha-Einrichtungen und ein Teil der Betriebsarztzentren vor.

Controlling und BEM

Das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist ein Prozess, der wesentlich auf allseitigem Vertrauen basieren muss. Sonst funktioniert er gar nicht.
Damit Vertrauen entstehen und vor allem dauerhaft bestehen kann, ist auch ein hohes Maß an Transparenz der Prozesse nötig. Dies lässt sich durch geordnetes Controlling und ein darauf zugreifendes Berichtswesen (Jahresberichte) unterstützen.

Beim BEM handelt es sich um einen Managementprozess mit festen Abläufen und trotzdem flexiblen Handlungsspielräumen. Um den Erfolg des Prozesses und der erarbeiteten Lösungen dokumentieren zu können, ist es sinnvoll, messbare Kennzahlen zu erheben.

Checkliste: Kennzahlen

  • Zahl geführte BEM-Telefonate
  • Zahl verschickte BEM-Anschreiben
  • Zahl der BEM-Zusagen
  • Zahl der Ablehnungen durch den BEM-Angefragten
  • Zahl der geführten BEM-Gespräche / Zahl der Gespräche im Einzelfall
  • Zahl der erfolgreich umgesetzten Maßnahmen
  • Laufzeit des BEM-Einzelfalls
  • Entwicklung der Langzeiterkrankungen im Unternehmen
  • Entwicklung der Fehlzeiten insgesamt im Betrieb

Praxistipp:
Ein aussagekräftiges BEM Berichtswesen ist durchaus im Interesse Ihrer Arbeit als Schwerbehindertenvertretung. Unterstützen Sie die diesbezüglichen Forderungen des Betriebsrats/ Personalrats.

 

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – Teil 5 – allgemeines gesundheitsgefährdetes Verhalten

Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ist im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt. Nach § 3 erhält ein Arbeitnehmer für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit, längstens bis zu 6 Wochen, sein Entgelt weiter. Voraussetzung ist... Mehr lesen

23.10.2017
Auch Mini-Mini-Mini-Jobber haben Urlaubsanspruch

Soeben habe ich bei der Tankstelle meines Vertrauens getankt. Noch immer staune ich, dass ich dafür fast 80 € zahlen musste, aber das ist ein anderes Problem. Ich kam mit der Kassiererin ins Gespräch. Sie sagte mir, dass sie... Mehr lesen

23.10.2017
„Wenn Ihr zu dumm seid, ziehe ich Euch das vom Lohn ab!“

Kennen Sie auch solche Sätze von Ihrem Chef? Wo hört hier der „Spaß“ auf und was sind wirklich die Rechte des Arbeitgebers? Oder kennen Sie die Geschichte von der Sekretärin, der für jeden Schreibfehler 1 Euro abgezogen... Mehr lesen