17.10.2017

Wie bereiten Sie Ihrem Arbeitgeber die UN-BRK für die Praxis auf?

Wenn sich Arbeitgeber mit der UN-BRK beschäftigen, sehen sie sich nicht selten überfordert. Ergreifen Sie diese Chance und helfen Sie Ihrem Arbeitgeber, die Konvention im Unternehmensalltag zu berücksichtigen. Folgender Leitfaden hilft Ihnen dabei.

1. Unterstützen Sie ihn bei den Formalitäten

Wenn Ihr Arbeitgeber Menschen mit Behinderungen einstellt, kann er auf verschiedene Förderungsmöglichkeiten wie den Eingliederungszuschuss der Agentur für Arbeit zurückgreifen. Machen Sie ihn ggf. darauf aufmerksam und beraten Sie ihn bei der Vorgehensweise.

2. Fördern Sie die Bewusstseinsbildung

Vermitteln Sie Ihrem Arbeitgeber ein Gespür dafür, welche Bedürfnisse seine Mitarbeiter mit Behinderungen haben. Es wäre schade, wenn er beispielsweise bei der barrierefreien Gestaltung von Arbeitsplätzen Bemühungen am jeweils notwendigen Bedarf vorbei anstrengt. Stoßen Sie nach Möglichkeit zunächst an der Stelle Veränderungen an, die für Ihren Arbeitgeber besonders interessant sind und bei denen er mit möglichst wenig Aufwand barrierefreie Lösungen erreicht.

3. Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten der Kommunikation

Kommunizieren Sie im Zusammenhang mit der UN-BRK zwar diplomatisch, aber verkaufen Sie sich auch nicht unter Wert. Besonders wichtig ist das persönliche Gespräch mit dem betroffenen schwerbehinderten Kollegen. Das baut zwischenmenschliche Unsicherheiten ab und sorgt für Verständnis.

4. Klären Sie aktiv über die UN-BRK auf

Gehen Sie aktiv auf Kollegen ohne Behinderung und die Unternehmensleitung zu. Stellen Sie wenn nötig das Ziel der UN-BRK richtig, nämlich Benachteiligungen von Arbeitnehmern mit Behinderungen auszugleichen. Betreiben Sie eine nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit, z. B. durch Infoblätter und Reden auf Personalversammlungen. Ziehen Sie auch in Erwägung, einen Themenabend zur UN-BRK abzuhalten.

Fazit

Durch Ihren Stellenwert und Ihre Erfahrung haben Sie beste Voraussetzungen, Ihrem Arbeitgeber bei der Umsetzung der UN-BRK zu helfen. Nutzen Sie dafür Ihre Empathie, die Sie durch Ihr Engagement für und im Umgang mit schwerbehinderten Kolleginnen und Kollegen erworben haben. Damit Sie es in der Praxis einfacher haben, sollten Sie bei Bedarf nachdrücklich dafür werben, einen Aktionsplan bzw. eine Inklusionsvereinbarung zu erstellen. Denn konkrete Zielvereinbarungen erleichtern es allen Beteiligten, die Situation für schwerbehinderte Arbeitnehmer zu verbessern. Mit folgender Checkliste können Sie sicherstellen, dass Sie einen guten Aktionsplan ausgearbeitet haben:

Checkliste: Was macht einen guten Aktionsplan aus?

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Krankengeld und Ende des Arbeitsverhältnisses

Von wem bekommt ein Arbeitnehmer eigentlich Geld, wenn das Arbeitsverhältnis endet und der Arbeitnehmer erkrankt? Folgender Fall: Ein Arbeitnehmer ist seit dem 03. Juni 2010 arbeitsunfähig erkrankt. Der Arbeitgeber hat 6 Wochen... Mehr lesen

23.10.2017
Das sind die Auswirkungen für Arbeitnehmer mit Schwerbehinderung

Eine aus Ihrer Sicht als Schwerbehindertenvertretung hochinteressante Frage: Was kommt auf meine Kollegen mit Schwerbehinderung in der digitalen Arbeitswelt zu? Antwort darauf: Sowohl positive Veränderungen als auch... Mehr lesen

23.10.2017
Betriebsratswahlen 2010 – Teil 9: Besonderer Kündigungsschutz

Zwischen dem 01. März und dem 31. Mai 2010 finden die regelmäßigen Betriebsratswahlen statt. Hier können Sie jeden Tag das Wichtigste zu den Wahlen lesen.  Mehr lesen