18.08.2009

Welche Bedeutung haben arbeits- oder tarifvertragliche Vereinbarungen im Kündigungsfall?

Kündigt Ihr Arbeitgeber Ihr Arbeitsverhältnis, muss er natürlich die geltenden Fristen einhalten. Da es sich bei Ihrem Arbeitsvertrag um ein zivilrechtliches Vertragsverhältnis handelt, gelten grundsätzlich die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Darüber hinaus können aber auch weitergehende Vereinbarungen in Ihrem Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag enthalten sein. Letzterer muss natürlich gültig und auf Ihren Betrieb anwendbar sein.

Vertragsfreiheit für Arbeitsverhältnisse

Nach dem Gesetz besteht für den Abschluss von Arbeitsverträgen die so genannte Vertragsfreiheit. Das bedeutet, dass Sie die Inhalte Ihres Arbeitsvertrags im Prinzip frei mit Ihrem künftigen Arbeitgeber verhandeln können. Das gilt unter anderem auch für Kündigungsfristen. Voraussetzung ist jedoch, dass vereinbarte Kündigungsfristen nicht kürzer ausfallen dürfen, als sie nach § 622 BGB gesetzlich festgelegt sind.

Achten Sie auf die Anwendung des Günstigkeitsprinzips

Soweit Ihr Betrieb an tarifvertragliche Bestimmungen gebunden ist, kann es vorkommen, dass dort separate Regelungen hinsichtlich eventueller Kündigungsfristen enthalten sind.

Wichtig: Sofern Ihr Arbeitsvertrag vom Tarifvertrag abweichende Regelungen enthält, sind diese auch anzuwenden, sofern sie für Sie als Arbeitnehmer günstiger sind. Hier wird das so genannte Günstigkeitsprinzip angewendet.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Azubi macht den Laden früher zu!

Hier hat eine Auszubildende ein richtiges Problem: Sie muss jeden Tag 10 Stunden im Laden stehen und das Geschäft auch größtenteils alleine führen. Der Chef kommt nur gelegentlich vorbei und verlangt, dass der Laden von 9:00... Mehr lesen

23.10.2017
Minijob und Elternzeit – ist das möglich?

Haben Eltern in einem Minijob Anspruch auf eine 3-jährige Elternzeit? Die Elternzeit ist ein Zeitraum unbezahlter Freistellung von der Arbeit nach der Geburt des Kindes. Die Elternzeit beginnt grundsätzlich 8 Wochen nach der... Mehr lesen

23.10.2017
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gilt auch bei Kündigungen und der Sozialauswahl

Hier hat der Gesetzgeber wieder einmal geschlafen. Ob das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz auf Kündigungsverfahren Anwendung findet, war bisher nicht klar. Nach dem Gesetzeswortlaut (§ 2 Abs. 4 AGG) finden auf Kündigungen... Mehr lesen