verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Hintertür für den Arbeitgeber, wenn dieser eine längere Probezeit braucht

10.01.2011

Der Fall: Ein Arbeitnehmer war zunächst unbefristet mit einer Probezeit von 6 Monaten eingestellt worden. Aufgrund einer schweren Behinderung konnte er aber nicht (sofort) die gewünschte Leistung bringen. Deshalb bewilligte ihm das Integrationsamt für 6 Monate einen sogenannten „Job-Coach”, der den neuen Arbeitnehmer bei seiner Einarbeitung unterstützen sollte. Das ursprüngliche Arbeitsverhältnis wurde dennoch kurz vor Ablauf der Probezeit durch einen Aufhebungsvertrag beendet. Man schloss dann einen neuen, auf 6 Monate befristeten Arbeitsvertrag – Sachgrund: Erprobung. Der Mitarbeiter klagte später, denn seiner Meinung nach war diese Befristung unwirksam.

Das Urteil: Doch er verlor. Normalerweise ist eine Befristung zur Erprobung nur für die ersten 6 Monate zulässig. Hier haben aber Gründe in der Person des Mitarbeiters eine längere Befristung gerechtfertigt. Das Coaching war nicht innerhalb von 6 Monaten zu realisieren. Daher war die 2. Probezeitbefristung wirksam (BAG, 2.6.2010, 7 AZR 85/09).

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

„In wieweit gelten mündliche Zusagen bei Stellenangeboten und Arbeitsverträgen? Konkret: Ich wurde von meinem neuen Arbeitgeber abgeworben, um als Geschäftsstellenleiter zu arbeiten. Die Geschäftsstelle, in der ich arbeiten...

| 26. Oktober 2009

Benötigen Sie einen Welttoilettentag? Als ich die Schlagzeile in der vergangenen Woche erstmalig las, musste ich schmunzeln. Der Welttoilettentag hat aber einen sehr ernsten Hintergrund. 40 % der Weltbevölkerung haben keine...

| 19. November 2010

Eine alte Bekannte namens Chantal stellte mir telefonisch gestern folgende Frage: „Ich arbeite bei einem Rechtsanwalt im Sekretariat.  

| 29. Dezember 2009
© 2015, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG