verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Sonderurlaub – Geburt, Umzug, Todesfall

23.07.2009

Benötigen Sie Sonderurlaub wegen einer Geburt, eines Umzugs oder eines Todesfalls? Bei Geburt oder Umzug oder Todesfall können Sie Sonderurlaub beanspruchen. Das gilt jedenfalls dann, wenn Sie selber umziehen oder ein Todesfall oder eine Geburt bei Ihren nahen Angehörigen vorgekommen ist. Auch bezüglich dieser persönlichen Geschehnisse ergeben sich häufig Ansprüche aus Ihrem Arbeitsvertrag oder Tarifverträgen. Hier sind häufig genau diese Vorkommnisse geregelt. 
Andernfalls gibt Ihnen der Rechtsgedanke des § 616 Bürgerliches Gesetzbuch, den ich bereits in meinem gestrigen Blog angesprochen habe, einen Anspruch auf Sonderurlaub. In diesem Paragraphen steht nämlich, unter welchen Voraussetzungen Sie Arbeitszeit vergütet erhalten. Wenn Sie aber nach dem Gesetz schon die Arbeitszeit vergütet erhalten, haben Sie natürlich auch einen Anspruch auf die Freistellung.

Da gesetzliche Regelungen fehlen, ist es immer schwierig festzulegen, wie viel Tage Sie fehlen dürfen.

Als Grundregel können Sie festhalten, dass Sie bei einer Dauer des Arbeitsverhältnisses

•    von bis zu 6 Monaten längstens 3 Tage,
•    von 6 bis 12 Monaten längstens 1 Woche und
•    ab 1 Jahr längstens 2 Wochen aufgrund einer persönlichen Behinderung fehlen können.

Nun ist natürlich eine Geburt, ein Umzug, ein Todesfall oder auch eine Hochzeit kein Ereignis, welches Sie berechtigt, 2 Wochen zu fehlen. Hier können Sie davon ausgehen, dass Sie 1 bis 2 Tage Sonderurlaub beanspruchen können.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Aus Ihrer Personalratspraxis kennen Sie den folgenden Fall sicher: Einem Beschäftigten wird fristlos, hilfsweise ordentlich gekündigt und er wird sofort unter Anrechnung etwa bestehender Urlaubsansprüche freigestellt. Wenn...

| 10. Mai 2016

Bei Angestellten des öffentliches Dienstes und sonstigen Arbeitnehmern ist die Rechtslage relativ klar: Die Ansprüche auf eine bezahlte Freistellung ergeben sich aus § 616 BGB, beziehungsweise aus Tarifverträgen. Nach dem...

| 8. April 2011

Der Fall: Eine Arbeitnehmerin hatte vom 16.11.2009 bis 21.11.2009 Erholungsurlaub. Während dieser Zeit erkrankte ihr Kind und musste von ihr betreut werden. Die entsprechende ärztliche Bescheinigung vom 16.11.2009 legte sie...

| 10. November 2010
© 2015, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG