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Mündliche Arbeitsverträge für Arbeitnehmer besser

Auch heute noch werden vielfach Arbeitsverträge mündlich abgeschlossen. So lange es sich nicht um befristete Arbeitsverträge handelt, ist dies auch völlig in Ordnung. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, die unbefristete schriftliche Arbeitsverträge fordert.

Für wen ist es nun vorteilhafter, einen Vertrag mündlich abzuschließen? In vielen Fällen sind es die Arbeitnehmer, die profitieren. So auch in dem vom Landesarbeitsgericht (LAG) Köln, am 18.01.2010, Az.: 5 SaGa 23/09, entschiedenen Fall.  
Das war geschehen: Ein Arbeitnehmer war als Lkw-Fahrer und Mitarbeiter im Garten- und Landschaftsbau tätig. Er arbeitete bis Mitte August 2009 und erhielt Vorschüsse. In der zweiten Augusthälfte war er krank geschrieben. Die Arbeitgeberin kündigte daraufhin das Arbeitsverhältnis fristlos.

Nunmehr verlangte der Arbeitnehmer von der Arbeitgeberin noch Vergütung für den Monat Juli 2009 sowie den Lohn für August 2009. Er behauptete, dass der restliche Lohn auf einer Basis von 10 Euro netto zu zahlen sei. Die Arbeitgeberin meinte dagegen, es seien 10 Euro brutto vereinbart worden.

Der Arbeitnehmer verlangte nun im einstweiligen Verfügungsverfahren Geld. Dieses Verfahren bietet sich an, wenn ein Arbeitnehmer dringend auf sein Geld angewiesen ist und der Arbeitgeber nicht zahlt. Er hat hier einen Notbedarf von 872,75 Euro zunächst in diesem Schnellverfahren geltend gemacht.

Und tatsächlich: Das Arbeitsgericht gab ihm Recht. Zwar sei streitig, ob ein Stundenlohn von 10 Euro netto oder brutto vereinbart worden sei, hier kamen dem Arbeitnehmer jedoch Beweiserleichterungen zu.

Der Arbeitgeber hat die Verpflichtung, die wesentlichen Arbeitsbedingungen aufzuschreiben und dem Arbeitnehmer auszuhändigen. Diese Pflicht steht in § 2 des Nachweisgesetzes. Da der Arbeitgeber dieses nicht gemacht hatte, kamen dem Arbeitnehmer Beweiserleichterungen im einstweiligen Verfügungsverfahren zu.

Fazit: Wieder einmal ein Fall, in dem ein mündlicher Arbeitsvertrag für einen Arbeitnehmer vorteilhaft war.

07.05.2010
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