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Kündigung und Gleichbehandlung

Am 29. Juli hatte ich einen Blog zum Thema Lohnerhöhung und Gleichbehandlung geschrieben.

Das Thema Gleichbehandlung möchte ich noch einmal aufgreifen und Ihnen von folgendem Fall berichten:

Ein Kaufhaus hatte im Jahr 2007 bei dem Verkauf von Konzertkarten jeder Karte einen Payback-Coupon im Wert von 500 Punkten angehängt. Die Punkte entsprachen einem Wert von 5 € und durften jeweils einmal eingelöst werden. Nun kam eine Arbeitnehmerin auf folgende Idee: Sie reichte den Coupon 25 x ein. 
Daraufhin wurde ihr gekündigt. Auch bei anderen Mitarbeitern bemerkte die Arbeitgeberin bis zu 50 Gutschriften der 500 Punkte auf deren Payback-Karten. Allerdings beließ sie es bei 11 Mitarbeitern bei einer Verwarnung. Die gekündigte Verkäuferin klagte daraufhin.

Das hessische Landesarbeitsgericht (Urteil vom 10.09.2008, Az.: 6 Sa 384/08) gab ihr Recht. Die Arbeitgeberin hätte die Arbeitnehmerin vor Ausspruch der Kündigung abmahnen müssen. Dadurch, dass sie andere Mitarbeiterinnen wegen des Prämienbetruges lediglich verwarnte, brachte sie letztendlich zum Ausdruck, dass die Fortführung des Arbeitsverhältnisses für sie nicht unzumutbar ist. Eine Ungleichbehandlung wäre hier nur möglich gewesen, wenn sachliche Differenzierungsgründe für die Arbeitgeberin vorgelegen hätten.

Fazit: Ein Arbeitgeber muss seine Arbeitnehmer gleich behandeln. Haben Sie eine Kündigung erhalten, sollten Sie stets prüfen, ob andere Arbeitnehmer genauso wie Sie behandelt wurden.

10.08.2009
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