01.09.2009

Verhaltensbedingte Kündigung Teil 1 – der Kündigungsschutz

Haben Sie eine verhaltensbedingte Kündigung Ihres Arbeitgebers erhalten? Wirft er Ihnen ein Fehlverhalten vor? Oder haben Sie sogar ganz bewusst und vorsätzlich etwas falsch gemacht?  
Egal, wie Sie sich verhalten haben: Auch Ihr Arbeitgeber muss einige Regeln einhalten.

In einem Kleinbetrieb kann Ihr Arbeitgeber jederzeit, auch ohne Vorliegen eines Grundes, eine Kündigung aussprechen. Aber auch hier haben Sie einen sozialen Mindestschutz. Die Kündigung darf nicht willkürlich oder aus völlig sachfremden Erwägungen folgen.

Ab einer gewissen Betriebsgröße findet das Kündigungsschutzgesetz Anwendung. Dies gilt in den Betrieben, in denen mehr als 10 Arbeitnehmer in Vollzeit tätig sind. Falls Ihr Arbeitsverhältnis bereits vor dem 31.12.2003 bestanden hat, kann hier auch die Grenzzahl von 5 Arbeitnehmern bereits ausreichen.

Zudem müssen Sie länger als 6 Monate beschäftigt sein.

Gilt das Kündigungsschutzgesetz, benötigt Ihr Arbeitgeber einen Grund für die Kündigung. In Betracht kommen betriebsbedingte, personenbedingte und verhaltensbedingte Kündigungsgründe. Diese Gründe muss Ihr Arbeitgeber aber erst in einem späteren Gerichtsverfahren offenbaren. Sie können ihn nicht dazu zwingen, Ihnen diese Gründe bereits vorher mitzuteilen. Die Kündigung ist dann sozial gerechtfertigt und Ihrem Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung über die Kündigungsfrist hinaus nicht zuzumuten. Ihr Fehlverhalten muss also schon eine gewisse Intensität aufweisen.

Wichtig: In der Regel ist eine Abmahnung erforderlich. Doch dazu morgen mehr.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Küchendienst nur für weibliche Angestellte – Unverschämtheit!

In einem mittelständischen Betrieb in unserer Gegend hat der Chef im Bürobereich den Küchendienst neu verteilt. Es sollen Reinigungskräfte eingespart werden und die Kaffeeküche soll nunmehr täglich von den weiblichen... Mehr lesen

23.10.2017
Kündigung: 3-Wochen-Frist ist auch bei Ausschluss einer Kündigungsmöglichkeit einzuhalten

Der Fall: Ein Arbeitnehmer war befristet eingestellt worden. Im Arbeitsvertrag war keine ordentliche Kündigungsmöglichkeit vorgesehen. Trotzdem kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis. Der Mitarbeiter erhob keine Klage,... Mehr lesen

23.10.2017
Fristlose Kündigung für provierten Arzt in Altersrente – Was es nicht alles gibt!

Auch Ärzte in Altersrente sind vor Kündigungen nicht geschützt. Vor allen Dingen haben sie keine Narrenfreiheit und haben sich an das arbeitsvertraglich Vereinbarte zu halten. Sie dürfen nicht auf privater Basis Rechnungen... Mehr lesen