16.08.2011

Arbeitsrecht Kündigung: Wie hoch fällt die Abfindung üblicherweise aus?

Ein zentrales Element des sind die Abfindungen. Denn schließlich lässt sich der Arbeitnehmer aus dem Beschäftigungsverhältnis herauskaufen. Weit verbreitet ist allerdings der Irrglaube, Sie und Ihre Kollegen hätten bei Abschluss eines Aufhebungsvertrags automatisch auch Anspruch auf eine . Dies ist nicht der Fall. Laut Bundesarbeitsgericht (BAG) besteht der Anspruch nur, wenn er in einer anderweitigen Regelung, etwa einem Tarifvertrag (BAG, 18.1.2001, Az. 6 AZR 529/99) oder einer individuellen Vereinbarung, festgelegt ist.

Dennoch: Nur wenn die Abfindungssumme stimmt, wird ein betroffener Kollege auch bereit sein, freiwillig auf seinen Arbeitsplatz zu verzichten. Die Abfindung ist deshalb eine Form der Entschädigung. Damit wird ein betroffener Kollege für die wirtschaftlichen Nachteile entschädigt, die er dadurch erleidet, dass er seinen Arbeitsplatz verliert.

Tipp: Ihre Kollegen sollten stets auf die Zahlung einer angemessenen Abfindung bestehen.

Berechnung der Abfindung

Die Höhe der Abfindung ist grundsätzlich Verhandlungssache. In der Praxis nehmen viele Arbeitgeber das Gesetz als Richtschnur: Nach kann Ihr Arbeitgeber Ihnen und Ihren Kollegen bei einer betriebsbedingten Kündigung eine Abfindung anbieten. Die Höhe der Abfindung beträgt nach dem Gesetz pro Beschäftigungsjahr 0,5 Bruttomonatsverdienste.

Raten Sie betroffenen Kollegen – abhängig davon, wie erfolgreich eine Kündigungsschutzklage wäre und welche Kündigungsfristen Ihr Arbeitgeber sonst einhalten müsste –, mehr zu fordern.

Wichtig: Abfindungszahlungen sind seit dem 1.1.2006 nicht mehr steuerfrei.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Dienstwagen

Dienstwagen sind Wagen, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zur Erledigung dienstlicher Fahrten zur Verfügung stellt. Wird die Privatnutzung gestattet, erhält der Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil, der versteuert werden... Mehr lesen

23.10.2017
Stress, lass nach, oder: Burnout-Syndrom vermeiden

In der heutigen Arbeitswelt ist nichts mehr so, wie es einmal war. Beschäftigte müssen sich ständig fortbilden, mit dem neuesten Stand der Technik mithalten, immer adrett aussehen und nie erkranken. Selbst wer das schafft, kann... Mehr lesen

23.10.2017
Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgepasst – dann gibt´s ein Fahrtenbuch

Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber möchten es aus verständlichen Gründen vermeiden, ein Fahrtenbuch für Kraftfahrzeuge führen zu müssen. Ein solches Fahrtenbuch ist lästig. Jede einzelne Fahrt ist dort einzutragen mit... Mehr lesen