28.11.2017

Tipps für ein praxiserprobtes Gesundheitsmanagement

Ein professionelles Gesundheitsmanagement ist für jede Behörde wichtig. Das gilt nicht nur für Ihren Dienstherrn, sondern natürlich auch für alle Kolleginnen und Kollegen und für Sie als Personalrat. Letztendlich werden durch Gesundheitsmanagementsysteme Arbeitsplätze gesichert.

Aber es gibt auch andere Vorteile: Ihr Dienstherr spart mittelfristig, nämlich durch weniger

  • Ausfallzeiten,
  • Geld durch Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall,
  • fehlerhafte Arbeitsergebnisse wegen nicht eingearbeiteter Vertretungen,
  • Kosten durch Rekrutierungsmaßnahmen,
  • Umorganisationen, bedingt durch erkrankte Mitarbeiter, damit insgesamt Zeit und Geld

Ein effektives Gesundheitsmanagement kann stufenweise in je­ der Dienststelle etabliert werden, und zwar wie folgt:

Stufe 1: Aktuelle Situation analysieren

Zunächst analysieren Sie die aktuelle Situation in Ihrer Dienst­stelle. Dabei sollten Sie sich Ihr vorhandenes Datenmaterial und die einzelnen Arbeitsplätze genau anschauen. Nehmen Sie diese Fragen als Hilfe zur Hand:

Fragen zur Analyse des Arbeitsumfelds 

  • Wie hat sich die Krankenquote in Ihrer Dienststelle bzw. in den einzelnen Abteilungen entwickelt?
  • Gibt es innerhalb vergleichbarer Abteilungen Ausreißer nach oben/unten?
  • Gibt es Berichte des Amts­ bzw. Betriebsarztes?
  • Was sagt die Fachkraft für Arbeitssicherheit, was der Sicherheitsbeauftragte?
  • Wie ist der derzeitige Gesundheitszustand der Belegschaft? Existieren spezifische betriebliche Belastungen?
  • Gibt es abteilungsbezogene Unterschiede? Falls ja: Was sind die Gründe?
  • Gibt es offensichtliche Missstände in der Dienststelle bzw. in einer Abteilung?
  • Welche Einflüsse auf die Gesundheit Ihrer Kollegen (positiv und negativ) lassen sich festhalten?
  • Was ergeben die Krankenrückkehrgespräche?
  • Was sagt die Schwerbehindertenvertretung?
  • Gibt es Daten der Krankenkassen oder der Unfallkasse bzw. Berufsgenossenschaft?
  • Gibt es eine Mitarbeiterbefragung?

Stufe 2: Schlagen Sie die notwendigen Maßnahmen für das Gesundheitsmanagement vor

Nach der Ist-Analyse geht es darum, konkrete Maßnahmen zu bestimmen, mit denen mögliche gesundheitliche Gefährdungen beseitigt werden und das Wohlbefinden der Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz verbessert wird. Im Rahmen des Gesundheitsmanagements können schon rein organisatorische Maßnahmen viel bewirken. Es kann aber auch eine (aufwendigere) technische Umgestaltung der Arbeitsumgebung angezeigt sein.

Gesundheitsförderliche organisatorische Maßnahmen 

Organisatorische Maßnahmen bieten oft die Möglichkeit einer kurzfristigen Umsetzung. Ihr Vorteil: Die Kolleginnen und Kollegen gewinnen schnell den Eindruck, dass auch tatsächlich etwas geschieht. Dies wiederum erhöht die Bereitschaft, sich aktiv am Gesundheitsmanagement zu beteiligen.

Gesundheitsförderliche technische Maßnahmen 

Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, bei denen Ihr Dienstherr den Arbeitsplatz bzw. die Arbeitsplatzumgebung in den Abteilungen umgestaltet. Dies ist vor allem bei konkret identifizierbaren Gesundheitsbelastungen sinnvoll.

Individuelle gesundheitsförderliche Maßnahmen 

Auch ganz individuelle Maßnahmen, bezogen auf den einzelnen Arbeitnehmer, können sehr sinnvoll sein.

Stufe 3: Abschluss einer Dienstvereinbarung

Am geschicktesten schließen Sie mit Ihrem Dienstherrn eine Dienstvereinbarung zum Thema Gesundheitsmanagement. Dadurch können Sie alle notwendigen Maßnahmen festschreiben und den genauen Ablauf regeln.

Stufe 4: Durchführung der Maßnahmen

Sind die Maßnahmen zwischen Ihnen und Ihrem Dienstherrn festgelegt, sollte er diese durchführen. Folglich sollten Sie darauf achten, dass er sich an die Vereinbarungen hält.

Stufe 5: Bewerten Sie den Erfolg

Nach der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen müssen Sie nach einer gewissen Zeit deren Wirkung untersuchen. Dann prüfen Sie, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden. Hierzu bietet sich eine Mitarbeiterbefragung an.

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