26.02.2010

Genetische Untersuchungen bei Arbeitnehmern verboten: Und das ist auch richtig so!

Genetische Untersuchungen bei Arbeitnehmern verboten: Und das ist auch richtig so!

Am 01. Februar ist das Gendiagnostikgesetz (GenDG) in Kraft getreten.

Auslöser waren unter anderem Berichte, dass Unternehmen dazu übergehen, Arbeitnehmer und Bewerber gentechnisch untersuchen zu lassen. Haben die Untersuchungen entsprechend Krankheiten an den Tag gebracht, wurde Arbeitnehmern gekündigt oder Bewerber erst gar nicht eingestellt.
 
Durch das neue GenDG ist es für Arbeitgeber verboten, solche Untersuchungen von Arbeitnehmern zu fordern. Ausdrücklich ist das in § 19 GenDG geregelt. Danach darf der Arbeitgeber

  • weder die Vornahme genetischer Untersuchungen oder Analysen
  • noch die Mitteilung von Ergebnissen bereits vorgenommener genetischer Untersuchungen oder Analysen

verlangen. Er darf auch nicht solche Ergebnisse entgegennehmen oder verwenden.

Gleiches gilt auch für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen. Hier gibt es allerdings eine Ausnahme:  Ist eine diagnostische genetische Untersuchung zur Vermeidung von Erkrankungen erforderlich, kann sie durchgeführt werden. Aber: Die genetischen Untersuchungen sind nachrangig zu allen anderen Maßnahmen des Arbeitsschutzes durchzuführen.

Verstößt Ihr Arbeitgeber gegen das GenDG macht er sich schadenersatzpflichtig und begeht gleichzeitig eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Bilanz: Ausbildung schwerbehinderter Jugendlicher

Nach den Daten des Instituts der Deutschen Wirtschaft hat in den letzten 5 Jahren etwa 1/4 aller ausbildungsaktiven Unternehmen auch behinderte Jugendliche betrieblich ausgebildet. Dabei haben viele dieser ausbildenden Betriebe... Mehr lesen

23.10.2017
Neues zu Ihrer Personalakte – das sollten Sie wissen – Teil 2

Über die Führung von Personalakten gibt es immer wieder Streit. Hier lesen Sie heute in einem 2. Teil das Wichtigste zu diesem Thema: 1.Sind Sie mit der Aufnahme bestimmter Dokumente in Ihre Personalakte nicht einverstanden,... Mehr lesen

23.10.2017
Kündigung: Neue Gründe – neue Anhörung

Als Personalrat sind Sie vor jeder Kündigung zu hören. Dabei muss Ihre Dienststellenleitung Ihnen die Kündigungsgründe mitteilen. Möchte sie dann weitere Gründe nachschieben, geht das nicht so einfach (Bundesarbeitsgericht,... Mehr lesen