07.02.2010

Ankündigung einer Kündigung – werden Sie aktiv!

Frage: Mir ist etwas Dummes passiert. Ich habe per Email meinem Arbeitgeber vergangenen Donnerstag informiert, das ihm in Kürze eine schriftliche Kündigung von mir zugehen wird. Am Freitag habe ich dann erfahren, dass ich schwanger bin. Vergangenen Montag habe ich die Geschäftsleitung darüber informiert, dass sie von mir doch keine Kündigung bekommen, da ich schwanger bin. Der Arbeitgeber sieht nun aber in meiner Email eine rechtskräftige Kündigung. Wörtlich hat er gesagt: „Die Kündigung ist genauso rechtskräftig, wie unser mündlicher Arbeitsvertrag“. 

Antwort: Nein, er hat nicht Recht. Egal, ob der Arbeitgeber oder Sie als Arbeitnehmerin eine Kündigung angedroht haben: Das reicht nicht! Lediglich die Kündigungsandrohung ist keine Kündigung.

In Ihrem speziellen Fall hilft Ihnen das Gesetz weiter. Nach § 623 BGB muss eine Kündigung oder ein Aufhebungsvertrag schriftlich erfolgen. Schriftform bedeutet, dass Sie die Kündigung unterschrieben haben. Es ist in Ihrem Fall also noch keine Kündigung in der Welt.

Auch der Hinweis Ihres Arbeitgebers auf den mündlichen Arbeitsvertrag greift nicht. Im Gegensatz zu einer Kündigung und einem Aufhebungsvertrag kann der Arbeitsvertrag auch mündlich geschlossen werden. Das ist übrigens auch oftmals üblich und Sie sind bei weitem kein Einzelfall.

Also: Es liegt keine Kündigung vor und Ihr Arbeitsverhältnis besteht fort.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
So schnell kann der Arbeitgeber in der „AGG-Falle“ sitzen!

Der Fall: Eine Frau war im Bereich „International Marketing“, dem der „Vicepresident“ E. vorstand, als eine von 3 Abteilungsleitern beschäftigt. Als die Stelle von E. frei wurde, wurde diese mit einem Mann und nicht mit... Mehr lesen

23.10.2017
Streitigkeiten auf Nachhauseweg nicht unfallversichert

Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen hat mit Urteil vom 29.09.2009, Az.: S 5 U 298/08 für Arbeitnehmer ein nachteiliges Urteil entschieden. Das war geschehen: Ein Radfahrer befand sich auf dem Weg nach Hause von seiner... Mehr lesen

23.10.2017
Ihre Rechte bei der Protokollierung der Internetzugriffe

Möchte Ihr Arbeitgeber die Internetnutzung Ihrer Kollegen überwachen und hierzu eine technische Einrichtung nutzen (zum Beispiel eine spezielle Software), muss er Sie beteiligen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 Betriebsverfassungsgesetz).... Mehr lesen