verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


So berechnen Sie Ihren Urlaub richtig

Streit! Immer häufiger streiten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Berechnung des richtigen Urlaubsanspruchs. Haben Sie das auch schon einmal erlebt? Ihren richtigen Urlaub genau zu berechnen ist auch nicht immer ganz einfach. 

Ihr Urlaubsanspruch kann sich ergeben aus
•    dem Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer (BUrlG),
•    Tarifverträgen,
•    Betriebsvereinbarungen,
•    Arbeitsverträgen,
•    einzelnen Zusagen,
•    gesetzlichen Sonderregelungen.

Prüfen Sie zunächst, was im Arbeitsvertrag vereinbart wurde und ob Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen den Urlaubsanspruch regeln.

Nach dem BUrlG haben Sie einen Mindesturlaub von 24 Werktagen im Kalenderjahr bei einer 6-Tage-Woche. Dies sind bei einer 5-Tage-Woche 20 Arbeitstage, also 4 Wochen. Als Werktage gelten nämlich alle Kalendertage, die nicht Sonn – oder gesetzliche Feiertage sind, also auch die Samstage.

Achtung: Bei nicht bundeseinheitlichen gesetzlichen Feiertagen  gilt das Feiertagsrecht am Sitz des Betriebs, nicht das des Arbeitsorts!

Nun ist Ihnen bekannt, welchen Urlaubsanspruch Sie in Vollzeit hätten. Arbeiten Sie aber in Teilzeit? Dann gilt es jetzt, diese Zahlen auf ein Teilzeitarbeitsverhältnis umzurechnen.

Dabei kommt es nicht auf die Stundenzahl pro Tag an, sondern Sie berechnen nur die gearbeiteten Tage.

Beispiel:
Sie arbeiten 3 x pro Woche. Hinsichtlich des Urlaubs haben Sie nichts vereinbart und Tarifverträge finden keine Anwendung. Damit gilt das BUrlG.
Nach dem BUrlG stünden Ihnen in Vollzeit bei einer 6-Tage-Woche 24 Tage Urlaub zu. Damit ergibt sich folgende Berechnung: 24 Urlaubstage x 3 Arbeitstage : 6 Arbeitstage = 12 Urlaubstage. Bei einer 3-Tage-Woche haben Sie das also 4 Wochen Urlaub.

Ein anderer Fall:
Sie arbeiten nur 1 x in der Woche. Vollzeitkräfte in Ihrem Betrieb erhalten bei einer 5-Tage-Woche 26 Tage Urlaub.  Es ergibt sich folgende Berechnung: 26 Urlaubstage x 1 Arbeitstag : 5 Arbeitstage = 5,2 Urlaubstage.

Tipp:
Bruchteile von Arbeitstagen werden nicht auf- oder abgerundet!

Nun können Sie Ihrem Arbeitgeber Ihren Urlaubsanspruch genau vorrechnen!

17.04.2009
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Bald enden viele Berufsausbildungsverhältnisse. Auszubildende haben noch Urlaub, den sie vor der Prüfung nicht mehr nehmen können. Was geschieht mit diesem Urlaub? Verfällt er oder kann er mit in das neue Arbeitsverhältnis...

| 8. April 2011

Stellen Sie sich folgenden Fall vor: Sie haben Urlaub beantragt und dieser wurde Ihnen auch gewährt. Dann wollen Sie gerade in den Urlaub starten und was passiert? Ihr Kind erkrankt und der Urlaub fällt ins Wasser. Eigentlich...

| 29. Juli 2010

Heute stelle ich Ihnen nach den 2 einfachen Beispielen vom gestrigen Tag heute 2 weitere Berechnungsbeispiele vor. Nach dem Bundesurlaubsgesetz (BurlG) haben Sie als Mindesturlaub 24 Werktage im Kalenderjahr bei einer...

| 18. Februar 2010

Das sagen unsere Leser

Paul Steiner, Betriebsrat

In meiner Arbeit als Betriebsrat muss ich mich oft mit meinem Arbeitgeber auseinandersetzen. Nur oft weiß ich gar nicht wie ich plätzliche Angriffe seinerseits kontern soll. „Urteilsdienst für den Betriebsrat“ hat mir viele wirksame rhetorische Kniffe gezeigt, mit denen ich meine Schlagfertigkeit steigern konnte.

Carmen Behrend, Betriebsrätin

Die Praxisnähe und die Checklisten machen „Urteilsdienst für den Betriebsrat“ für mich zu etwas Besonderem.

© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft