01.12.2011

Gefälschtes Arbeitszeugnis – Schadenersatz für den Arbeitgeber?

Ein Arbeitnehmer hatte sein Arbeitszeugnis gefälscht. Er hatte sich selbst zum Diplom-Ingenieur gemacht, obwohl er tatsächlich diese Qualifikation nicht hatte. Als er mit dem Zeugnis eingestellt wurde, merkte die Arbeitgeberin jedoch schnell, dass etwas nicht stimmte. Sie hielt die Arbeitsleistungen für mangelhaft.  
Als der Schwindel aufflog, kündigte sie das Arbeitsverhältnis und verlangte von dem Arbeitnehmer die von ihr gezahlten Lohnkosten, Lohnnebenkosten und die Kosten für den Dienstwagen zurück – immerhin über 13.000 €!

Das machte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg aber nicht mit (Urteil vom 24.08.2011, Az.: 15 Sa 980/11).
Hier hat der Arbeitnehmer über seine Qualifikation getäuscht. Er ist aber weder aus bereicherungsrechtlichen Gründen noch aus Gründen des Schadenersatzes verpflichtet, die Vergütung zurückzuerstatten. Letztendlich hatte er für sein Geld gearbeitet.

Doch Vorsicht: Wäre ein weitergehender Schaden entstanden, hätte der Arbeitnehmer zahlen müssen. Wären also durch sein Verhalten Fehler entstanden, hätte es für ihn schnell teuer werden können. Also: Hände weg von einer Zeugnisfälschung!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Faire Beurteilungen per Dienstvereinbarung regeln

Ihre Dienststellenleitung muss ihre Mitarbeiter beurteilen – sie kann gar nicht anders. Wie sollte sie sonst Low Performer von High Performern unterscheiden beziehungsweise solide Mitarbeiter von Sorgenkindern trennen? Doch wie... Mehr lesen

23.10.2017
Was Sie als Personalrat vor jeder Kündigung prüfen müssen

Kündigungen sind auch im öffentlichen Dienst längst keine Seltenheit mehr. Als Personalrat sind Sie nach § 79 Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG) bei Kündigungen anzuhören. Damit Sie dafür gewappnet sind, habe ich... Mehr lesen