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Perfekter Überblick mit professioneller Jahresplanung

Als Personalrat sind Sie nicht nur für die alltäglichen Fragen und Anliegen für Ihre Kolleginnen und Kollegen zuständig. Sie müssen auch monatlich Gespräche mit der Dienstaufsichtsbehörde führen, um die strategische Personalentwicklung für Ihren Zuständigkeitsbereich mit zu entwickeln. Leider sind nicht alle Personalräte in der glücklichen Situation, umfangreiche Freistellungen zur Vorbereitung der Anliegen und Themen zu genießen.

 

 

Jahresplanung spart Zeit und verschafft den klaren Durchblick

Um den genauen Überblick über alle Themen zum richtigen Zeitpunkt zu behalten, empfehle ich Ihnen die Erstellung einer Jahresplanung.

So könnte Ihre Planung aussehen:

  • Januar: Mobile Reserven – Dauererkrankungen: Fordern Sie in Ihrer Dienstaufsichtsbehörde eine Übersicht der langfristig erkrankten Lehrkräfte an, um sich einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten für die mobilen Reserven zu informieren. Stellenbesetzungen: Fordern Sie in der Dienstaufsichtsbehörde eine Stellungnahme an, wie mit der Stellenbesetzung im Arbeitnehmerverhältnis verfahren wird.
  • Februar: Aufstockung der mobilen Reserve: Bitten Sie in der zuständigen Dienstaufsichtsbehörde um Information, wie die Nachbesetzung bzw. Aufstockung der mobilen Reserve vollzogen wird und wie deren voraussichtlicher Einsatz vorgesehen ist, z.B. als Ersatz für Langzeiterkrankte oder schwangere Kolleginnen. Personalräte in Gymnasien sind in die Neueinstellungen involviert.
  • März: Bitten Sie in der Dienstaufsichtsbehörde um eine Übersicht der Teilzeitanträge. Beraten Sie im Personalrat die Inhalte und Referent/in der nächsten Personalversammlung vor.
  • April: Suchen Sie in Ihrer Dienstaufsichtsbehörde oder beim Dienststellenleiter das Gespräch zu den eingegangenen Widersprüchen zu den dienstlichen Beurteilungen.
  • Mai: Fordern Sie in der Dienstaufsichtsbehörde oder beim Dienststellenleiter eine Übersicht der eingegangen Versetzungen in andere Bundesländer oder Regierungsbezirke an. Beraten Sie diese im Personalratsgremium.
  • Juni: Ende des Monats wird die Staatsnote erwartet – beraten Sie im Personalratsgremium die Neueinstellungen von Junglehrern. Fordern Sie bei der Dienstaufsichtsbehörde bzw. dem Dienststellenleiter eine Übersicht über Kolleginnen und Kollegen, die in den Ruhestand bzw. in Freistellungsphase der Altersteilzeit gehen.
  • Juli: Beraten Sie die von der Dienststellenleitung bzw. der Dienstaufsichtsbehörde vorgelegten Versetzungen an andere Institutionen oder Firmen. Suchen Sie das erste Gespräch zur Auszahlung von Leistungsprämien.
  • August: Planen Sie die Urlaubsvertretung des Personalrats und geben Sie diese der Dienstaufsichtsbehörde der Dienststellenleitung bekannt. Im Gremium werden Sie erneut Versetzungen und deren Widersprüche behandeln.
  • September: Ende des Monats wird die Übersicht der auszuzahlenden Leistungsprämien dem Personalrat vorgelegt. Denken Sie an die Einladung für die Personalversammlung.
  • Oktober: Planen Sie Ihre Personalversammlung bis ins kleinste Detail. Ihre Kolleginnen und Kollegen erwarten eine professionelle Veranstaltung. Denken Sie daran, dass es immer schwieriger wird, die Arbeit der Personalverwaltung positiv zu transportieren.
  • November: Informieren Sie sich in der Dienstaufsichtsbehörde bei der Dienststellenleitung nach durchgeführten BEM-Maßnahmen (Betriebliches Eingliederungsmanagement) und welche Kollegen sich aktuell in der Rekonvaleszenz befinden.
  • Dezember: Planen Sie das neue Arbeitsjahr des Personalrats.

Tipp: Legen Sie sich Ihre ganz persönliche Liste nach unserem Muster an. Aktualisieren Sie diese Liste monatlich. Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie diese Aufgabe auch in den Sitzungen des Gremiums besprechen würden, so haben auch alle anderen Mitglieder die Aufgaben des Gremiums im Blick.

Hilfreich wäre es auch, zu Ihrer Arbeitsplanung einen Ordner mit einem Monatsregister anzulegen. In diesen Ordner heften Sie alle notwendigen Rechtsprechungen, Formulare und Urteile ab. So dass Sie immer alle notwendigen Informationen sowohl für die Beratung im Gremium als auch im Gespräch mit der Dienstaufsichtsbehörde bzw. der Dienststellenleitung parat haben.

Fazit: Mit einer professionellen Jahresplanung erleichtern Sie sich Ihre Arbeit als Personalrat deutlich. Kein Thema wird Ihnen mehr verloren gehen. Sie werden durch professionelle Arbeit auffallen.

29.04.2016
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