27.04.2010

Keine Altersdiskriminierung bei Aufhebungsverträgen nur für Junge

Der Fall:
Bei einem Arbeitgeber waren betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Als ein Personalabbau anstand, bot er daher seinen Arbeitnehmern der Jahrgänge 1952 und jünger an, gegen Zahlung von Abfindungen freiwillig auszuscheiden. Ein 1949 geborener und seit 1971 bei ihm Beschäftigter verlangte vom Arbeitgeber ebenfalls ein solches Angebot – mit einer Abfindung von 171.720 €. Als dies unterblieb, klagte der Arbeitnehmer wegen Altersdiskriminierung.

Das Urteil:
Doch er scheiterte. Zweck des Diskriminierungsverbots hinsichtlich des Alters ist es, (älteren) Arbeitnehmern den Verbleib im Arbeitsleben zu ermöglichen. Deshalb müssen Arbeitgeber im Rahmen eines Personalabbaus auch nicht auf Verlangen eines älteren Arbeitnehmers mit diesem einen Aufhebungsvertrag gegen Zahlung einer Abfindung abschließen.
Außerdem: Der Ältere wird hier nicht benachteiligt. Schließlich behält er im Gegensatz zu den Jüngeren seinen Arbeitsplatz (BAG, 25.2.2010, 6 AZR 911/08).

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Inklusion: Kennen Sie die Neuerungen im SGB IX?

Schon nach geltendem Recht musste Ihr Dienstherr mit der Schwerbehindertenvertretung und Ihnen eine verbindliche Integrationsvereinbarung schließen, § 83 Sozialgesetzbuch (SGB) IX. Das Bundesteilhabegesetz hat nun den Begriff... Mehr lesen

23.10.2017
PC ein Muss für die Betriebsratsarbeit

Der Fall: Ein Arbeitgeber stritt seit Jahren mit seinem Betriebsrat über dessen Ausstattung mit einem handelsüblichen PC. Der Betriebsrat bestand aus 9 Mitgliedern und war für 319 Mitarbeiter in 69 Filialen zuständig. Diese... Mehr lesen

23.10.2017
Headhunter – „Können Sie frei sprechen?“

Falls Sie am Arbeitsplatz ein Telefonat erhalten, welches mit den Worten „Können Sie gerade frei sprechen?“ beginnt, wissen Sie, wer am Ende der Leitung ist: ein Headhunter. Wie reagieren Sie nun richtig? Wichtig ist... Mehr lesen